2025-10-13

Kerstin Kotowski AUS SCHMERZ WURDE FARBE – UND AUS STILLE ENTSTAND LEBEN

1000315807.jpg🎨 Künstlerin des Lebens – Im Gespräch mit Kerstin Kotowski

Es gibt Momente, die alles verändern. Für Kerstin Kotowski war es vor neun Jahren genau so ein Wendepunkt – eine Operation, zu viel Stille, zu wenig Bewegung, zu wenig Licht. Und dann: ein Geschenk. Farben, Pinsel, Leinwände – eine Einladung, das Leben neu zu entdecken. Was als Zeitvertreib begann, wurde zu einem tiefen Atemzug, zu einem Aufbruch, zu einem neuen Kapitel.

Heute ist Kerstin eine Künstlerin, die nicht nur malt – sie fühlt, denkt und erzählt mit Farben. Ihre Pop-Art ist laut, bunt, energiegeladen – und doch voller leiser Zwischentöne. Hinter jedem strahlenden Gesicht verbirgt sich eine Geschichte, hinter jedem Farbspiel eine Emotion. Sie malt nicht, um zu gefallen, sondern um zu berühren.

„Die Welt ist grau(sam) genug – deshalb schenke ich Farbe“, sagt sie. Und genau das tut sie: Farbe als Trost, als Hoffnung, als Ausdruck innerer Stärke. Beim Malen schweigt der Schmerz, sagt Kerstin. Ihre Werke tragen Titel wie „Heilige & Halunken“ – und laden dazu ein, hinter die Fassade zu blicken.

Ich durfte mit Kerstin über ihre Reise sprechen – über Kunst, Schmerz, Mut und die stille Kraft, die entsteht, wenn man loslässt und sich selbst in Farbe wiederfindet.

Liebe Kerstin, danke für dieses ehrliche, bewegende Gespräch. Deine Kunst zeigt uns, dass Farbe mehr ist als Dekoration – sie ist Bekenntnis, Heilung und Rebellion zugleich. Deine Bilder schreien nicht – sie flüstern. Aber wer genau hinhört, wird von ihnen tief berührt. 💫

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🎨 Was war der Auslöser, der dich vor neun Jahren dazu brachte, mit dem Malen zu beginnen?

Gab es einen bestimmten Moment, ein Gefühl oder ein Erlebnis, das dich so stark inspiriert hat, dass du einfach zur Leinwand greifen musstest?

Kerstin Kotowski:
Ich erinnere mich genau an diesen Tag. Alles war still um mich herum, nur der gleichmäßige Schlag meines Herzens und der leise Schmerz, der mich begleitete. Ich konnte mich kaum bewegen, das Licht schien durch die geschlossenen Vorhänge nur matt auf den Boden. Dann kamen die Farben. Die Pinsel. Die Leinwände.
Es war nicht nur ein Geschenk – es war wie ein Ruf. Etwas in mir sagte: „Jetzt ist der Moment, in dem du wieder atmen darfst, in dem du wieder leben darfst.“ Ich griff zur Leinwand, und mit jedem Strich spürte ich, wie etwas in mir aufblühte, wie das Leben sich zurückmeldete.
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💫 Wenn du malst – was passiert in dir innerlich?

Welche Emotionen tragen dich durch den Prozess, und gibt es Momente, in denen du vergisst, dass die Welt draußen existiert, weil du so tief in deine eigene Ausdruckskraft eingetaucht bist?

Kerstin Kotowski:
Beim Malen verschwimmt die Zeit. Manchmal fühle ich mich wie eine graue Betonwand, schwer, starr, voller ungesagter Gedanken. Dann greife ich zu Farbe – und plötzlich ist alles möglich. Die Leinwand wird zur Skyline meiner Gedanken, zu einem Ort, an dem meine Gefühle fließen dürfen.
Es gibt Momente, in denen ich den Rhythmus der Pinselstriche spüre, mein Herz im Einklang mit den Farben schlägt, und ich vergesse, dass die Welt draußen existiert. Ich bin wie ein Läufer im „Runner’s High“ – schwerelos, getragen, vollkommen im Moment.

Jeder Strich, jeder Farbklecks ist ein Atemzug, ein Stück von mir selbst. Und manchmal entdecke ich in der Bewegung meiner Hände Dinge über mich, die ich zuvor nicht gesehen habe: Angst, Mut, Sehnsucht, Freude – alles gleichzeitig.
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💔 Gab es Zeiten in deinem Leben, in denen dir die Kunst geholfen hat, Schmerz, Verlust oder Sehnsucht zu verarbeiten?

Wie haben sich diese Erfahrungen in deinen Bildern gezeigt, und was haben sie dir über dich selbst erzählt?

Kerstin Kotowski:
Ich lebe mit chronischem Schmerz. Jeder Tag hat seine eigenen Grenzen, seine kleinen Kämpfe. Doch beim Malen – wenn die Farben greifen und die Gedanken fließen – verstummt der Schmerz. Für eine Weile schweigt er.
Meine Bilder tragen diese Geschichten. Sie zeigen Menschen, die mehr verbergen, als sie zeigen: der Joker, die gebrochene Maske, das Lächeln im Chaos. Sie spiegeln die Komplexität des Lebens, das ständige Hin- und Her zwischen Stärke und Verletzlichkeit.

Meine Ausstellung „Heilige & Halunken“ ist für mich eine Einladung, hinter die Fassaden zu blicken. Sie lädt ein, das zu sehen, was oft verborgen bleibt: die Ehrlichkeit, die Schwäche, die leisen Kämpfe, die jeder Mensch in sich trägt.

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🎨 Pop-Art ist oft bunt, laut und lebendig – was möchtest du mit deinen Farben und Formen wirklich ausdrücken?

Gibt es eine leise, tiefere Botschaft hinter der fröhlichen Oberfläche, die du mit den Betrachter:innen teilen möchtest?

Kerstin Kotowski:
Pop-Art ist laut, ja. Aber meine Botschaft flüstert. Ich möchte der Welt Farbe schenken – nicht um zu blenden, sondern um zu erinnern: dass Schönheit, Freude und Hoffnung existieren, selbst in grauen Zeiten. Wer lacht, wer Farbe in sein Leben lässt, gibt Liebe weiter.
Hinter jedem Gesicht, das ich male, steckt eine Geschichte. Hinter jeder Farbexplosion eine Lektion. Meine Kunst will nicht nur gefallen – sie will berühren, sie will Fragen stellen, sie will erinnern.

Ich vergleiche meine Arbeit oft mit Musik: Mozart hörte Melodien, wo andere nur Stille fanden. Meine Farben sind Töne, die Leinwand mein Notenblatt. Wer genau hinsieht, kann die Melodie hinter dem Bild hören, die Emotion, den Herzschlag, die Sehnsucht, die Freude.

Und dann denke ich an Mutter Teresa: leise, aber kraftvoll. Ihre Stärke lag im Mitgefühl, nicht im Lärm. Meine Bilder wollen nicht schreien – sie wollen berühren. Farbe ist mein Werkzeug, Licht mein Geschenk, Geschichten mein Ausdruck.

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✨ Wenn du an die nächsten Jahre als Künstlerin denkst – welche Träume und Visionen tragen dich?

Was wünschst du dir, dass deine Kunst in der Zukunft bewirken kann, und welche Spuren möchtest du in den Herzen der Menschen hinterlassen?

Kerstin Kotowski:
Wenn ich an die kommenden Jahre denke, sehe ich einen Weg aus Farbe, Begegnung und Geschichten. Ich träume davon, Räume zu öffnen – Räume, in denen Menschen innehalten, nachdenken, fühlen. Ich möchte Kunst schaffen, die kratzt, die aufrüttelt, die vielleicht auch stört. Die Welt ist voller Fassaden – meine Farben sollen sie sprengen.

Ich träume von Ausstellungen, die nicht nur hängen, sondern hängenbleiben. Von Bildern, die nicht gefallen müssen, aber Spuren hinterlassen. Kleine Farbtupfer der Hoffnung, der Menschlichkeit, der Ehrlichkeit.
Denn die Welt ist laut genug. Meine Bilder dürfen flüstern. Sie dürfen trösten, herausfordern, berühren – und bleiben.

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🖌️ Ein Geschenk gegen die Stille.
Vielleicht ist das der schönste Satz, um Kerstin Kotowskis künstlerische Reise zu beschreiben. Ihre Kunst ist ein stilles Leuchten – zart, ehrlich, kraftvoll. Sie malt nicht nur mit Farben, sie malt mit Herz, mit Mut, mit der tiefen Sehnsucht, etwas zu hinterlassen, das bleibt.
Wer ihre Bilder sieht, hört die leisen Töne, spürt den Herzschlag der Leinwand und erkennt: Hier spricht eine Künstlerin, die aus Schmerz Leben schafft – und aus Stille Melodie.

Admin - 12:27:48 @ Allgemein, ARTIST, EXHIBITION | 49 Kommentare



 
 
 
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