2025-11-18
Zwischen Linien und Licht: Vom Mut, sich selbst zu zeigen – Ute Durst
Dankeschön für ein inspirierendes Gespräch
Ich möchte mich von Herzen bei Ute Durst für dieses wundervolle Interview bedanken. Es war ein Moment voller Tiefe, Offenheit und Inspiration – ein Gespräch, das mir gezeigt hat, wie kraftvoll es ist, den eigenen Weg zu gehen, Verletzlichkeit zuzulassen und sich mutig selbst zu zeigen.
Was dieses Interview so besonders macht, ist die Ehrlichkeit und Wärme, die in jeder Antwort spürbar ist. Wir haben über Freiheit, Selbstliebe, die Magie von Licht und Farbe und die Reise zu sich selbst gesprochen. Jede Antwort öffnete ein kleines Fenster in eine Welt, in der Kunst mehr ist als Technik – sie ist Ausdruck von Seele, Mut und Lebensfreude.
Ich freue mich, diese Einblicke mit euch zu teilen und hoffe, dass ihr beim Lesen genauso berührt, inspiriert und motiviert werdet wie ich.
Deine Werke erzählen von einer Reise zu dir selbst – einem Weg voller Mut, Verletzlichkeit und Selbstliebe. Welcher Moment oder welche Erfahrung hat in dir den Wunsch geweckt, den weiblichen Körper so frei, leuchtend und selbstbewusst darzustellen?
Der Wunsch, den weiblichen Körper so frei und leuchtend zu malen, entstand aus einem sehr persönlichen Prozess. Jeder hat eine verletzliche Seite – das ist menschlich. Sie zu zeigen, ist keine Schwäche, sondern erfordert Mut. Wer seine Verletzlichkeit offenbart, erfährt ehrliche Liebe, Vertrauen und Offenheit zurück. Dieses Erleben stärkt darin, sich so zu zeigen, wie man ist – mit allen Facetten. In diesem Bild geht es mir nicht um den Körper selbst, sondern um Präsenz, Licht und das Gefühl, bei sich angekommen zu sein.

Du tauchst beim Malen tief in eine Thematik ein und blendest die Welt um dich herum aus. Was fühlst du in diesen stillen, intensiven Momenten – und wie verwandelst du diese inneren Zustände in Linien, Schatten und Licht auf der Leinwand?
Beim Malen tauche ich ganz in Erinnerungen an meine Reisen oder Erlebnisse ein – in die Orte, Stimmungen und Gefühle, die ich dort erfahren habe. In diesen stillen Momenten verschwindet die Welt um mich herum, und ich bin nur bei den Eindrücken, die ich festhalten möchte. Ich empfinde ein intensives Gefühl von Staunen, Sehnsucht und Freude, manchmal auch Melancholie. Diese inneren Empfindungen übersetze ich auf der Leinwand in Linien – mal hart konturiert, mal zart gestrichelt – sowie im Spiel von Licht und Schatten, das je nach Stimmung entweder durch starke Kontraste oder sanfte Farbübergänge sichtbar wird.
Du lässt dich von Reisen und dem pulsierenden Leben großer Metropolen inspirieren. Gibt es eine Begegnung oder einen Augenblick auf einer Reise, der dich besonders geprägt hat und der heute noch sichtbar durch deine Bilder schwingt?
Es sind viele spannende Situationen und Augenblicke während einer Reise, die ich in meinen Bildern sichtbar machen möchte. Zum Beispiel das Leben in einer Stadt, umgeben von Licht, Farben, Stimmen, Lärm und Gerüchen. Hier spüre ich das pulsierende Leben und die Offenheit der Menschen. Ich erfahre: Wer freundlich und offen auf andere zugeht, erhält Freundlichkeit zurück. Solche kleinen Gesten berühren mich tief und zeigen, dass wir alle ähnliche Sorgen, Ängste, Freuden und Bedürfnisse haben. Ebenso inspirieren mich stille Momente an einsamen Stränden oder spiegelglatten Seen, die ein Gefühl von Weite und innerer Ruhe vermitteln. In meinen Bildern können BetrachterInnen diese Vielfalt an Stimmungen erleben.
Dein weiblicher Akt strahlt Freiheit, Stärke und Selbstvertrauen aus. Was bedeutet für dich persönlich „Freiheit“ – als Frau, als Künstlerin und als Mensch? Und wie zeigt sich dieses Freiheitsgefühl in deinen Materialien wie Acryl, Kohle und Wachs?
Als Frau bedeutet Freiheit für mich, die eigene Identität selbst zu definieren – jenseits gesellschaftlicher Erwartungen, ohne Rechtfertigungen oder Erklärungen. Einfach gesagt: „Sein zu dürfen“. Kunst ist für mich bereits Freiheit; wie Schiller sagte: „Kunst ist eine Tochter der Freiheit“. Ich lasse mich nicht in eine Schublade stecken. Ich nehme mir die Freiheit, mal Akte, mal Landschaften oder Stadtansichten zu malen – manchmal konkret, manchmal abstrakt, je nach Stimmung. Als Mensch bedeutet Freiheit Selbstbestimmung, Eigenverantwortung und Verantwortung für das, was mir wichtig ist. In meinen Materialien wie Acryl, Kohle und Wachs spiegelt sich diese Freiheit in der Art und Weise, wie ich experimentiere, kombiniere und die Ausdruckskraft der Werkstoffe nutze.
Wenn du an deinen künstlerischen Weg in der Zukunft denkst: Welche Vision trägst du in dir? Welche Themen, Formen oder vielleicht offenen Fragen möchtest du in deinen kommenden Werken weiter erforschen?
Ich möchte weiterhin Bilder schaffen, die Menschen in andere Welten entführen. Meine Arbeiten sollen Erinnerungen, Stimmungen, Gefühle und Orte einfangen, die zum Träumen, Staunen und Innehalten einladen. Mich interessiert, wie Farben, Licht und Kompositionen Gefühle wecken und Geschichten transportieren können – ganz ohne Worte. Meine Bilder sollen Mut machen, nicht nur zu träumen, sondern selbst aktiv zu erleben.
Admin - 15:47:10 @ Allgemein, ARTIST, EXHIBITION | 1 Kommentar



